29.09.2026    7 Bilder

Semmering-Basistunnel: Technische Tunnelausrüstung voll im Gang

Inbetriebnahme Ende 2029 schafft gewaltige positive Effekte für Österreich und die Fahrgäste. Ingesamt schafft oder sichert der Bahnausbau in Österreich bis 2032 rund 200.000 Arbeitsplätze. 

Die ÖBB sind mit ihrer Bautätigkeit ein wichtiger und stabilisierender Faktor für die heimische Bauwirtschaft. Allein in der kommenden Rahmenplanperiode von 2027 bis 2032 werden rund 19,5 Milliarden Euro investiert – für die Bahn von morgen. ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Franz Hammerschmid: „Als Jobmotor schaffen wir wertvolle Arbeitsplätze und stützen damit auch die heimische Wirtschaft. Mehr als zwei Drittel der Aufträge gehen an kleine und mittlere Unternehmen. Damit stärken die ÖBB die heimische Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit und sind zentraler Pfeiler des Wirtschaftsstandortes Österreich. Denn diese Investitionen wirken weit über den Bahnbau hinaus.“ In Österreich werden dadurch von 2027 bis 2032 rund 200.000 Jahres-Arbeitsplätze allein in der Bauphase geschaffen oder gesichert.

Am Beispiel des Semmering-Basistunnels zeigt sich das sehr gut. Für die Fahrgäste bringt der neue Tunnel ab Dezember 2029 eine um 30 Minuten kürzere Fahrzeit und mehr Komfort auf der Fahrt von und in den Süden mit bis zu 230 km/h Geschwindigkeit. Auch der Güterverkehr profitiert entlang des so wichtigen EU-Korridors Ostsee-Adria vom Bau, der gemeinsam mit der Koralmbahn auf der Südstrecke Wien – Villach einen Flachbahncharakter herstellt, wodurch auch schwere Güterzüge nicht mehr mit zwei Loks gezogen werden müssen.

Bereits in der Bauphase schaffen die rund 4,2 Milliarden Euro an Investitionen beträchtliche Wirtschaftsimpulse, besonders für die heimische Wirtschaft. 1.200 Menschen sind im Schnitt in der Bauphase direkt am Tunnel beschäftigt. Rund 11.000 nachhaltige Arbeitsplätze werden dann in der Betriebsphase geschaffen (Quelle: Gesamtwirtschaftliche Bewertung Semmering-Basistunnel neu).

Gerhard Gobiet, ÖBB-Projektleiter Semmering-Basistunnel: „Gemeinsam mit unseren Partnern näheren wir uns dem historischen Meilenstein, der Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels. Die Arbeiten an der technischen Tunnelausrüstung schreiten sehr gut voran und ab Dezember 2029 werden die Fahrgäste dann die neue Strecke nutzen können.“

Die ARGE Rhomberg Sersa Rail Group und PORR hat sich bei der Vergabe der Aufträge für die Technische Tunnelausrüstung im Semmering-Basistunnel durchgesetzt. Die ARGE übernimmt die Ausstattung des Tunnels mit Telekommunikation, Hochspannungsanlagen, Verteilern, Beleuchtung und Fluchtwegkennzeichnung sowie die maschinellen Anlagen für Klimatisierung, Belüftung und Löschwasser. Darüber hinaus werden 55 Kilometer Feste Fahrbahn als Grundlage für die Gleisanlagen sowie Anschlussarbeiten, Schotteroberbau, Lärmschutz, Unterbau und Stahlbau umgesetzt. Hinzu kommen Erd-, Beton- und Deckenarbeiten sowie Weichen und Schotteroberbau an den beiden Portalen im Westen und Osten.

Auf steirischer Seite arbeitet die ARGE Rhomberg Sersa Rail Group und PORR mit 19 lokalen Unternehmen als Zulieferern zusammen, unter anderem in den Bereichen Baustoffe, Fahrzeugzubehör, Transport- und Mietgeräte, Stahlbau, Beton, KFZ- und Sicherungstechnik sowie Lebensmittel. Aktuell sind 120 Personen, gewerbliches Personal und Angestellte, dauerhaft in der Nähe des Portals Mürzzuschlag untergebracht. Dort nutzen sie auch in der Nebensaison unter anderem Gasthöfe, Restaurants und Freizeitangebote.

Ab Mitte 2027 verlagern sich die Arbeiten der ARGE zunehmend zum Portal Gloggnitz und damit auf die niederösterreichische Seite, wo dann die Vorbereitungsarbeiten starten. In Spitzenzeiten werden insgesamt rund 400 Mitarbeitende auf beiden Seiten des Semmerings beschäftigt sein. Der Semmering-Basistunnel schafft damit auch Arbeitsplätze direkt vor Ort und bringt den Gemeinden Einnahmen aus der Kommunalsteuer.

Gernot Gassner, Geschäftsführer des Projektgeschäfts der RSRG: „Es erfüllt uns mit großer Freude, unseren Beitrag zur erfolgreichen Inbetriebnahme dieses Herzstücks der Eisenbahninfrastruktur des EU-Korridors Ostsee-Adria und damit der Steigerung der österreichischen Wirtschaftskraft leisten zu dürfen. Vom Semmering-Basistunnel profitiert die Bevölkerung rund um die beiden Portale ebenso wie die in Niederösterreich, der Steiermark, Österreich und ganz Europa.“

Johannes Fürst, PORR Abteilungsleiter Bahn- und Ingenieurbau: „Nach der erfolgreichen und termingerechten Fertigstellung unserer Arbeiten am Koralmtunnel freut es uns sehr, mit dem Innenausbau des Semmering-Basistunnel einen weiteren Beitrag zum Ausbau der Südbahn leisten zu dürfen. Die Einbindung regionaler Unternehmen ist uns ein besonderes Anliegen. Mit ihrer Kompetenz tragen sie wesentlich zur Umsetzung der Arbeiten bei.“

Ein wichtiger Partner der ÖBB, auch beim Bau des Semmering-Basistunnels, ist Siemens Österreich.

Alexander Schäffer, Projektleiter bei Siemens Österreich: „Die SICAM A8000 Leittechnik-Steuerschränke steuern und denken für den Tunnel. Eingebunden in die Leittechnik sind unter anderem die Stromversorgung, Beleuchtung des Fahrtunnels, der Querschläge und die Fluchtwegorientierungsleuchten. Ihre besondere Stärke liegt in der Fähigkeit zur zentralen und dezentralen Steuerung über ein Bedienpanel vor Ort.“

Siemens liefert für den Semmering-Basistunnel die umfassende Leit- und Fernwirktechnik, Automatisierung und Schutztechnik. Dabei bilden 69 Leittechnik-Steuerschränke des Typs SICAM A8000 das zentrale Nervensystem des Tunnels, das 56 Querschläge automatisiert und rund 25.000 Hardwaresignale integriert. Die Leittechnik gewährleistet mit zentraler und dezentraler Steuerung maximale Effizienz und Sicherheit für alle integrierten Systeme wie Stromversorgung und Lüftung. Die verbaute 24kV-blueGIS-Schaltanlage sichert als erste F-Gas-freie Schaltanlage in einem österreichischen Tunnel umweltschonend die Mittelspannungs-Stromverteilung. Zusammen mit dem SIPROTEC 5 Schutzrelais und den Leitrechnern werden so komplexe technische Systeme transparent überwacht, um Störungen frühzeitig zu erkennen und Prozesse effizient zu steuern.

Überblick und Ausblick Projekt Semmering-Basistunnel

Nach dem historischen Meilenstein Ende 2024, dem finalen Durchschlag und Abschluss aller Tunnelvortriebe, laufen derzeit im Tunnel jetzt vor allem die Arbeiten an der technischen Tunnelausrüstung, sowie letzte Arbeiten an der Beton-Innenschale im Abschnitt Gloggnitz und letzte Arbeiten im Bereich der Schächte in der Nothaltestelle im Fröschnitzgraben.

Seit Sommer 2025 liegt der Schwerpunkt der Arbeiten ganz auf der technischen Tunnelausrüstung der zwei Röhren. Sie werden mit allen für den Bahnbetrieb notwendigen technischen Anlagen ausgestattet - den Gleisanlagen, Leitungen und technischen Anlagen. Aufgrund der gewaltigen Dimensionen des Tunnels sind dafür mehr als drei Jahre notwendig, bis dann die Züge Ende 2029 durch den Tunnel fahren können. Von den bahntechnischen Anlagen - ausgenommen der Gleisanlagen und Stromschiene - sind schon nahezu die Hälfte der Einbauten abgeschlossen.

Zahlen technische Tunnelausrüstung (gesamt)

  • 1000 km Kabel werden im Tunnel verlegt, die Distanz von Wien – Paris
  • Über 3200 Stk Lampen werden verbaut
  • 55 km Länge beleuchteter Handlauf
  • 13.500 Stück Beschilderungs-Tafeln werden eingebaut
  • 10.600 Stück Gleistragplatten (Länge je 5 m)

Bilder (7)

Semmering-Basistunnel
3 543 x 2 180 © ÖBB, Ebner
Semmering-Basistunnel_Portal Gloggnitz
2 400 x 1 350 © ÖBB_3D-Schmiede
Semmering-Basistunnel_Portal Mürzzuschlag
4 000 x 2 240 © ÖBB_3D_Schmiede
Semmering-Basistunnel_Portal Mürzzuschlag
4 743 x 3 162 © ÖBB, Zenz
Semmering-Basistunnel_Portal Mürzzuschlag
4 743 x 3 162 © ÖBB, Zenz
Semmering-Basistunnel_Portal Mürzzuschlag
4 743 x 3 162 © ÖBB, Zenz
Semmering-Basistunnel_Portal Mürzzuschlag
4 743 x 3 162 © ÖBB, Zenz
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.

Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter an ihr Ziel gebracht. Der Strom für ÖBB Züge und Bahnhöfe in Österreich stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr im Jahr 2025 zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von rund vier Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte (Rahmenplan 2027-2032) bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen Menschen und Güter verlässlich an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.