13.08.2026    3 Bilder

ÖBB Postbus erprobt vollautomatisierten E-Bus im öffentlichen Verkehr

  • ÖBB Postbus setzt Meilenstein für automatisierte Mobilität mit Level-4-Anwendung im öffentlichen Verkehr
  • Nach Pilotbetrieb in Alpbach ist der Betrieb im regulären Linienverkehr in Wolfurt geplant
  • Projekt mit Potenzial für einen Rollout in weiteren Regionen Österreichs

Vertreter aus Politik und Wirtschaft bei der Pressekonferenz zum vollautomatisierten E-Bus von ÖBB Postbus und Otokar (v.l.n.r.): Gürsel Dönmez (Türkischer Botschafter in Wien), CEO Andreas Matthä (ÖBB), Mobilitätsminister Peter Hanke (BMIMI) und Kerem Erman (Leiter Nutzfahrzeuge, Otokar).

(Wien, 13. August 2026) – Autonomes Fahren entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer konkreten Mobilitätslösung und die ÖBB gestalten diese Zukunftstechnologie aktiv mit.

Gemeinsam mit dem Technologiepartner Otokar bringt ÖBB Postbus einen elektrisch betriebenen Bus mit vollautomatisierter Fahrfunktion nach SAE Level 4 für einen Pilotbetrieb nach Österreich. Diese Automatisierungsstufe ermöglicht vollautomatisiertes Fahren ohne permanente Eingriffe durch die Fahrerin oder den Fahrer.

Der Bus wurde im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt und startet nun in den Pilotbetrieb beim European Forum Alpbach. In der Anfangsphase ist weiterhin eine Sicherheitsperson innerhalb des Fahrzeuges vorgeschrieben. Im Anschluss ist der Einsatz des vollautomatisierten E-Busses im Regelbetrieb am Campus Wolfurt vorgesehen.

Mobilitätsminister Peter Hanke betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung automatisierter Mobilität für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich: „Automatisierte Mobilität ist ein wichtiger Baustein für ein moderneres, sichereres und effizienteres Mobilitätssystem und zugleich eine große Chance für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich. Besonders großes Potenzial sehe ich dabei im öffentlichen Verkehr. Automatisierte Busse können bestehende Angebote ergänzen und erweitern, wie etwa auf der ersten und letzten Meile, in ländlichen Regionen oder zu Zeiten, in denen ein klassischer Linienbetrieb nur schwer darstellbar ist. Österreich soll diese Entwicklung nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten, Wertschöpfung im Land halten und österreichisches Know-how international sichtbar machen.“

„Autonomes Fahren ist keine Zukunftsvision mehr, sondern eine Technologie mit großem Potenzial für den öffentlichen Verkehr. Unser Anspruch ist es, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten und frühzeitig Erfahrungen zu sammeln. So schaffen wir die Grundlage, um neue Technologien verantwortungsvoll einzusetzen und den Fahrgästen langfristig noch bessere Mobilitätsangebote zu bieten“, betont ÖBB CEO Andreas Matthä.

„Seit vielen Jahren investieren wir umfassend in Technologien für autonome Mobilität, die die Zukunft des öffentlichen Verkehrs prägen. Heute bieten wir weit mehr als ein innovatives Fahrzeug – wir liefern eine vollständig integrierte, schlüsselfertige Mobilitätslösung, die vollständig auf Otokars eigener Engineering-Kompetenz und proprietärer Software basiert und nach höchsten internationalen Standards validiert wurde,“ so Kerem Erman, Head of Commercial Vehicles.

Schlüsseltechnologie im öffentlichen Verkehr
Für die ÖBB ist autonomes Fahren eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs. Während sich die Technologie weltweit rasant weiterentwickelt, gilt es jetzt, Erfahrungen aufzubauen, Know-how zu sichern und konkrete Anwendungen zu erproben.

Im Fokus steht die Frage, wie autonome Mobilität den öffentlichen Verkehr sinnvoll ergänzen und weiter stärken kann. Künftige Einsatzmöglichkeiten reichen von klar definierten Strecken im regionalen Mobilitätsangebot bis hin zu Lösungen für die erste und letzte Meile. Mit diesem Projekt schaffen die ÖBB die Grundlage, um autonome Mobilitätslösungen schrittweise zu erproben und perspektivisch in weiteren Regionen sowie zusätzlichen Anwendungsfeldern einzusetzen.

Technologie aus internationalen Praxiseinsätzen
Zum Einsatz kommt der vollelektrische Autonomous e-CENTRO C von Otokar. Das Fahrzeug verfügt über Technologie nach SAE Level 4. Das bedeutet, dass der Bus die Fahraufgabe innerhalb eines klar definierten Einsatzbereichs grundsätzlich selbstständig übernehmen kann. Nach österreichischer Rechtslage ist jedoch weiterhin ein geschulter Sicherheitslenker bzw. eine Sicherheitslenkerin an Bord erforderlich. Das autonome Fahrzeug bietet Platz für bis zu 32 Fahrgäste und einen barrierefreien Niederflureinstieg mit Rollstuhlrampe.

Otokar bringt bereits internationale Erfahrung im autonomen Linienverkehr ein. Der türkische Hersteller hat seinen autonomen e-CENTRO bereits in Madrid in den regulären Betrieb überführt und verfügt damit über praktische Erfahrungen beim Einsatz autonomer Busse unter realen Bedingungen. Diese Erkenntnisse werden nun in die österreichischen Projekte einfließen.

Vom Pilotbetrieb zum Serieneinsatz
Der autonome Bus wird zunächst im Rahmen des European Forum Alpbach auf einer definierten Strecke erprobt. Nach den ersten Tests in Alpbach soll der autonome E-Bus am Campus Wolfurt Unternehmen im Industriepark an die S-Bahn anbinden. Damit wird unter realen Einsatzbedingungen erprobt, welchen Beitrag autonome Mobilitätslösungen künftig zu einem attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Verkehr leisten können.

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Postbus_Otokar_vollautomatisierter E-Bus_PK_Dönmez_Erman_Hanke_Matthä_c_OEBB_Daniel_Willinger
2 048 x 1 365 © ÖBB / Daniel Willinger
Postbus_Otokar_vollautomatisierter E-Bus_c_OEBB_Daniel_Willinger
2 048 x 1 365 © ÖBB / Daniel Willinger
Postbus_Otokar_vollautomatisierter E-Bus_PK_Erman_Matthä_Hanke_c_OEBB_Daniel_Willinger
2 048 x 1 365 © ÖBB / Daniel Willinger
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
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Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.