Rund 74 Tonnen schwere Hilfsbrücke für Verbindungsbahn eingehoben
(Wien, 19. Oktober 2026) – Millimeterarbeit mit schwerem Gerät: Im Zuge der Modernisierung der Verbindungsbahn setzen die ÖBB bei der Unterführung Guldengasse einen weiteren wichtigen Bauschritt. In der Nacht von 16. auf 17. Oktober wurde eine rund 24 Meter lange und 73,5 Tonnen schwere Hilfsbrücke eingehoben. Dafür kamen gleich zwei Schienenkräne zum Einsatz. Die Arbeiten sind Teil der Erneuerung der Unterführungen Guldengasse und Kefergasse und ermöglichen das Bauen bei laufendem Bahnbetrieb ist.
Bauen, während die Züge weiterfahren
Die Hilfsbrücken sorgen dafür, dass während der Bauarbeiten ein Gleis der Verbindungsbahn weiterhin in Betrieb bleiben kann. Sie dienen als vorübergehende Brückenkonstruktionen, über die Züge während der Bauphase fahren können. Parallel dazu entstehen die neuen Brückentragwerke neben der Strecke und werden später an ihre endgültige Position eingeschoben. Anschließend werden die temporären Hilfsbrücken entfernt und die Züge können über das neue Tragwerk fahren.
73,5 Tonnen am Haken
Der Einhub in der Guldengasse war eine besondere technische Herausforderung: Die Hilfsbrücke ist 23,9 Meter lang, 2,70 Meter breit und wiegt 73,5 Tonnen. Für den Einhub waren zwei Schienenkräne mit einem Eigengewicht von jeweils rund 130 Tonnen notwendig, die exakt aufeinander abgestimmt werden mussten.
Für die Arbeiten standen pro Nacht nur rund fünf Stunden zur Verfügung. Beim sogenannten Tandemhub stand ein Kran auf einem Gleis der Weststrecke, während der zweite über das Baugleis der Verbindungsbahn anfuhr. Von der Anlieferung über den Kraneinsatz bis zum anschließenden Gleisbau musste dabei jeder Handgriff sitzen.
Mehr Platz, mehr Licht, mehr Sicherheit
Die Unterführung Guldengasse wird im Zuge der Modernisierung vollständig erneuert und von 25 auf rund 34 Meter verlängert. Die derzeit 7,60 Meter breite Durchfahrt wird künftig durchgehend 12 Meter breit sein. Dadurch kann auch der Gehsteig verbreitert werden. Zudem steigt die Durchfahrtshöhe auf fast fünf Meter.
Auch die Geh- und Radwegunterführung Kefergasse wird ausgebaut: Ihre Breite wächst von 3,65 auf fünf Meter. Dafür kommt ebenfalls eine Hilfsbrücke zum Einsatz.
Verbindungsbahn: Modernisierung Schritt für Schritt
Der nächtliche Brückeneinhub zeigt, welche komplexen Arbeiten für die Modernisierung der Verbindungsbahn notwendig sind. Während der Bahnbetrieb möglichst aufrechterhalten wird, wird gleichzeitig die bestehende Infrastruktur Stück für Stück erneuert.
Bei den Unterführungen Guldengasse und Kefergasse bedeutet das am Ende vor allem: mehr Platz, hellere und großzügigere Durchgänge sowie mehr Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.