Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik und Diplomatie, dem Künstler Jelle Krings und ÖBB-CEO Andreas Matthä wurde die Ausstellung eröffnet
(Wien, 23. Februar 2026) – Der Wiener Hauptbahnhof wird zum Schauplatz einer bewegenden Fotodokumentation: Von 23. Februar bis 21. März 2026 zeigt der niederländische Fotograf, Autor und Filmemacher Jelle Krings seine Ausstellung „Leben und Krieg an den Eisenbahnstraßen der Ukraine“.
Ein Ort mit besonderer Bedeutung Dass die Ausstellung am Wiener Hauptbahnhof stattfindet, ist kein Zufall: In den ersten Wochen nach Kriegsbeginn wurde er zu einem zentralen Ort der Ankunft, Hilfe und Solidarität.
„Der Wiener Hauptbahnhof ist für diese Ausstellung ein besonders symbolträchtiger Ort",
betont ÖBB CEO Andreas Matthä. „Hier kamen im Frühjahr 2022 tausende Menschen aus der Ukraine an, die vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtet waren. Damals haben wir unkompliziert und schnell Hilfe angeboten und gemeinsam mit der Caritas eine Notschlafstelle errichtet. Umso mehr freut es mich, diese besonderen Bilder hier zeigen können.”
Sepp Schellhorn, Staatssekretär für europäische und internationale Angelegenheiten sagt über die Ausstellung: „Kunst und Kultur werden im Krieg oft genauso zerstört wie Infrastruktur oder Schulen – weil sie Identität und Freiheit verkörpern. Deshalb unterstützen wir die Ukraine auch in jenen Bereichen, die den Menschen gerade erst zum Wesen Mensch machen: Kunst und Kultur. Die Ausstellung ,Iron People' ist ein wichtiger Beitrag, um uns die Tragik dieses Krieges vor Augen zu führen: täglich verbindet ein Nachtzug Wien mit Kyjiw – jeder Zug erinnert uns daran, wie nah die Ukraine liegt, wie nah der Krieg ist. Jeder Zug ist voller Geschichten und Schicksale, die uns berühren.“
Ausstellung macht Situation der ukrainischen Bevölkerung sichtbar Im Rahmen der Eröffnung betonten Vertreter:innen aus Politik und Diplomatie die anhaltende Not der ukrainischen Bevölkerung und unterstrichen die Bedeutung internationaler Solidarität und gemeinsamer europäische Verantwortung angesichts des fortdauernden Krieges.
„Die Eröffnung der Ausstellung ,Iron People' am Vorabend des 4. Jahrestages des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat eine besondere symbolische Bedeutung. Sie zeigt eine Facette der Widerstandsfähigkeit der Ukrainerinnen und Ukrainer im Kampf gegen den Aggressor. Die Fotografien präsentieren den Mut, die Professionalität und das Engagement der ukrainischen Eisenbahnerinnen und Eisenbahner unter Kriegsbedingungen. Trotz ständiger Gefahren sorgen sie weiterhin für Evakuierungen, humanitäre Transporte und die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Verbindungen im Land. Diese Ausstellung würdigt ihre oft unsichtbare, aber unverzichtbare Arbeit. Mein Dank gilt dem Fotografen Jelle Krings sowie allen Partnern, insbesondere der Botschaft der Niederlande in Österreich, den ÖBB, dem österreichischen Außenministerium und der Abteilung Kunst und Kultur von Niederösterreich. Solche Initiativen sind wichtig, weil sie nicht nur dokumentieren, sondern auch Solidarität stärken und das Bewusstsein für die Realität des Krieges in Europa schärfen,”
sagt Vasyl Khymynets , Botschafter der Ukraine in Österreich.
Peter Potman, Botschafter der Niederlande in Österreich betont: “Morgen jährt sich der Beginn des russischen Angriffskrieges zum vierten Mal. Gerade jetzt ist es wichtig, die dramatische Lage der ukrainischen Bevölkerung im Blick zu behalten und ihre ungebrochene Stärke sichtbar zu machen. Die Russen hoffen, den Widerstand der Ukrainer zu brechen. Doch es ist wie mit Stahl: Je härter man ihn auf dem Amboss bearbeitet, desto stärker wird er. In diesem Sinne sind alle Ukrainer ‚Iron People'!”
Caritasdirektor Klaus Schwertner, von einem Solidaritätsbesuch in Kyjiw zugeschalten, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit, die im Februar 2022 am Hauptbahnhof rasche Hilfe für ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer ermöglichte und gab einen Einblick in die aktuelle Situation in der Ukraine: „Die Lage in Kyjiw und in weiten Teilen der Ukraine ist dramatisch. Jede Nacht gibt es Drohen- und Raketenangriffe, die Energieinfrastruktur ist enorm beschädigt, hunderttausende Ukrainerinnen und Ukrainer frieren bei bis zu minus 20 Grad Außentemperatur in ihren Wohnungen. Vor allem Kinder und alte Menschen leiden besonders unter der konstanten Bedrohung und den eisigen Temperaturen. Im vierten und härtesten Kriegswinter ist Hilfe überlebenswichtig. Jede Spende ermöglicht uns, Hilfe zu leisten. Stellen wir bitte gemeinsam die Weichen, damit weiterhin wärmende Hilfe sichergestellt werden kann. Herzlichen Dank allen, die schon geholfen haben und immer noch helfen. Bitte lassen wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn weiterhin nicht im Stich“,
appelliert Schwertner. Unterstützen kann man die Caritas über die Spendenseite
wirhelfen.shop/ukraine Drei Jahre, eine Gemeinschaft, ein Krieg Drei Jahre lang begleitete Jelle Krings die Gemeinschaft der ukrainischen Eisenbahnarbeiter:innen und deren Familien. Die daraus entstandene Fotodokumentation ist ein eindrucksvolles Zeugnis von Menschlichkeit, Widerstandskraft und Pflichtbewusstsein inmitten eines brutalen Krieges. Jelle Krings Arbeiten wurden bereits von internationalen Medien wie The Guardian, National Geographic, The Economist und CNN aufgegriffen. Die Ausstellung war zuvor in Sofia, Budapest und Kyjiw zu sehen und wird nun erstmals in Österreich präsentiert.
„Ich bin dankbar, dass unsere Ausstellung "Iron People" einen Platz an Österreichs wichtigstem Verkehrsknotenpunkt gefunden hat. Über 200.000 Eisenbahnmitarbeiter:innen sind für mehr als 20.000 Kilometer Eisenbahnschienen in der Ukraine verantwortlich. Trotz der ständigen Gefahr durch russische Angriffe haben sie das Netz während des gesamten Krieges weitgehend funktionsfähig gehalten. Ihre Arbeit hat unzählige Leben gerettet und war entscheidend dafür, dass die Ukraine der Invasion standhalten konnte. Diese Ausstellung präsentiert ihre Zeugnisse.“
sagt der Künstler Jelle Krings.
Zu den ProjektinformationenAusstellungsdetails im Überblick Ort: BahnhofCity Wien Hauptbahnhof, Untergeschoss (zwischen Müller und Turek Store)
Dauer: 23.02. bis 21.03.2026
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10:00 bis 17:00 Uhr
Eintritt: kostenlos