30.03.2026    4 Bilder

Ausbau Hauptbahnhof Wiener Neustadt: Neubau der ersten Eisenbahnbrücke gestartet

Nach der Errichtung der Stützmauer wurde am Wochenende ein nächster wichtiger Arbeitsschritt beim Ausbau der Nordeinfahrt am Hauptbahnhof Wiener Neustadt gesetzt. Eine von zwei Hilfsbrücken wurde eingehoben, damit der Zugverkehr trotz umfangreicher Bautätigkeit weiter aufrechterhalten werden kann. Die zweite folgt am kommenden Wochenende.

Die ÖBB machen die Nordeinfahrt des Wiener Neustädter Hauptbahnhofs fit für die Zukunft: Statt drei stehen künftig vier Gleise zur Verfügung. Damit wird die wichtige Schnittstelle zwischen Südbahn und Pottendorfer Linie deutlich leistungsfähiger – ein Plus für Fahrgäste, für einen stabilen Betrieb und für den Bahnverkehr entlang der gesamten Südachse. 170 Millionen Euro werden in dieses bedeutende Infrastrukturprojekt, das neben dem Bau eines vierten Gleises umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen der Gleisanlagen umfasst und bis 2029 abgeschlossen sein soll, investiert.

Erste Hilfsbrücke eingehoben

Für den Neubau der Eisenbahnbrücke „Warme Fischa“ sowie der darunterliegenden Geh- und Radwegunterführung ist es notwendig, zwei sogenannte Hilfsbrücken auf den beiden Südbahngleisen einzubauen. Eine dieser rund 30 Meter langen und jeweils etwa 80 Tonnen schweren Konstruktionen wurden am vergangenen Wochenende mithilfe eines Schienenkrans eingehoben und millimetergenau positioniert.

Durch die Hilfsbrücken bleibt der Zugverkehr auf diesen Gleisen während der gesamten Bauzeit ohne Unterbrechung aufrechterhalten, obwohl darunter sowohl die Unterführung als auch die endgültigen Eisenbahnbrücken neu errichtet werden. Das neue Brückentragwerk entsteht schrittweise unterhalb der provisorischen Hilfsbrücken.

Die Arbeiten an der Unterführung Warme Fischa sollen im Jänner 2027 abgeschlossen sein. Dafür muss die Unterführung von Ende August bis zum Abschluss der Bauarbeiten im Jänner des kommenden Jahres für den Verkehr gesperrt werden.

Im kommenden Jahr starten die ÖBB mit den Arbeiten an den drei weiteren Brückenbauwerken, die im Rahmen des Gesamtprojekts neu gebaut oder adaptiert werden:

  • Neuerrichtung und Aufweitung Unterführung Pöckgasse: August 2026 bis Mai 2027
  • Erweiterung Eisenbahnbrücken Kollonitschgasse: Oktober 2026 bis Jänner 2027
  • Neubau Eisenbahnbrücke Fischauer Gasse: Jänner bis Mai 2027

Projektumfang und Ziele

Wiener Neustadt ist eine verkehrsstrategisch wichtige Drehscheibe südlich von Wien, wo insgesamt sechs Bahnstrecken ineinanderlaufen. Die Stadt ist einer der Taktknoten mit den meisten Zughalten in Österreich. Um den steigenden Anforderungen des Nah- und Fernverkehrs wirksam begegnen und diese dauerhaft bewältigen zu können, ist ein Ausbau des Bahnhofsbereichs unumgänglich. Derzeit ist die Einfahrt in den Hauptbahnhof von Wien kommend dreigleisig. Mit dem vierten Gleis wird die Kapazität erhöht, um eine effizientere und flexiblere Einbindung der Züge zu ermöglichen. Dies betrifft sowohl die Südbahn als auch die Pottendorfer Linie, die mittlerweile durchgehend zweigleisig ausgebaut ist. In Zukunft soll der Fernverkehr auf die Pottendorfer Linie umgelegt werden, damit auf der Südbahn mehr Nahverkehrszüge fahren können. Die Errichtung neuer Weichenverbindungen bringt darüber hinaus vielfältigere Ausweichmöglichkeiten im Störungsfall und damit weniger Betriebseinschränkungen bei Unregelmäßigkeiten.

Baumaßnahmen im Detail

  • Neues viertes Gleis: Zwischen der HTL und der Pöckgasse wird ein viertes Gleis errichtet.
  • Lärmschutz und Stützmauern: Es werden neue Lärmschutzwände und 1,2 Kilometer Stützmauern gebaut.
  • Eisenbahnbrücken: Die Brücken über die Fischauer Gasse, Warme Fischa, Pöckgasse und Kollonitschgasse werden neu errichtet bzw. adaptiert.
  • Straßenunterführung Pöckgasse: Diese wird neu errichtet und mit einem eigenen Gehsteig versehen.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Ostee-Adriatisches Meer Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach Fertigstellung der Projekte eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

Infrastruktur.oebb.at/suedstrecke

Bilder (4)

Hilfsbrückeneinbau Warme Fischa in Wr. Neustadt
3 315 x 1 397 © ÖBB
Hilfsbrückeneinbau Warme Fischa in Wr. Neustadt
1 600 x 1 200 © ÖBB
Hilfsbrückeneinbau Warme Fischa in Wr. Neustadt
2 040 x 1 530 © ÖBB
Hilfsbrückeneinbau Warme Fischa in Wr. Neustadt
1 530 x 2 040 © ÖBB
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
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Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität in Österreich. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2024 511 Millionen Fahrgäste und rund 80 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit 94 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als 5,4 Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen über 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich mehr als 1,4 Millionen Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.